Klimaschutzmanager in Büdingen beschlossen

Die Stadt tritt der Klimaschutzinitiative des Landes Hessen bei und stellt auf FWG-Antrag einen Klimaschutzmanager ein.
Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung während ihrer letzten Sitzung mehrheitlich.

Die Initiative „Hessen aktiv: Die Klimakommunen“ verpflichtet teilnehmende Kommunen und Landkreise, energetische Ist-Aufnahmen vorzunehmen und Aktionspläne zu erstellen zur Steigerung der Energieeffizienz, Senkung der Treibhausgasemissionen und Erhöhung des Anteils an Erneuerbaren Energien.
Das Land unterstützt die Anstrengungen mit Fördermitteln.

Allerdings wurde auch kontrovers diskutiert.
„Klimaschutz ist ein wichtiges und ernsthaftes Anliegen“, erklärte Andrea Rahn-Farr (FDP). Die FDP habe wegen der Einstellung des Klimaschutzmanagers Bedenken. „Wir wissen doch als Stadt selber, wie wir Klimaschutz betreiben sollen“. Die städtischen Liegenschaften seien in die Jahre gekommen und müssten energetisch saniert werden. „Wir sollten jemanden holen, der von energetischer Sanierung Ahnung hat.“ Niemand seie notwendig, der den Büdingern erzählt, ob sie Margarine statt Butter essen sollen. „Ideologen brauchen wir nicht“, unterstrich Rahn-Farr.

Der fraktionslose Jochen Amann, bis vor Kurzem Mitglied der AfD-Fraktion, erklärte: „Ich gebe Frau Rahn-Farr zu 110 Prozent recht. Wir sollten die Kirche mal im Dorf lassen, denn wir werden hier nicht die Welt retten.“ Daniel Lachmann (NPD) schloss sich an. „Büdingen braucht keinen Klimaschutzmenschen, wir haben genug andere Probleme.“

Deutlicher Widerspruch kam vom Grünen-Fraktionsvorsitzender Joachim Cott.
Förderprogramme seien sinnvoll, sofern sie dem „aktuell wichtigsten zentralen Thema“ dienen. „Das Förderprogramm gibt es schon lange. Vor drei Jahren haben wir Grünen genau das im Haushalt verlangt: Klimakommune zu werden und einen Klimamanager einzustellen.“
Das wurde damals abgelehnt. Klimamaßnahmen dürften nicht alleine auf Gebäudesanierungen reduziert werden. „Büdingen hat sich sehr lange Zeit gelassen, das Thema richtig anzupacken. Es gibt genug Stichworte, wie notwendig es ist, und das haben viele begriffen.“

Rolf Kleta (SPD) führt als Positiv-Beispiel Ortenberg an. Die Stadt habe trotz angespannter Haushaltslage eigene Gebäude energetisch saniert. „Sie sparen viel bei den Heizkosten, haben es mit Fördermitteln umgesetzt.“

Jonathan König (CDU) positioniert sich ebenfalls. „Im Jahr 2021 sollte jedem klar sein, dass wir was fürs Klima tun müssen, auch vor Ort.“ Er verwies auf die Stadt Nidda, die ebenfalls Klimakommune ist „Das geht weit über die Gebäudesanierung hinaus, beinhaltet verkehrliche Punkte und Stadtbegrünung. Die Förderung ist erheblich.“