Fairtrade-Town

Beschluss der Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Ranstadt hat nach entsprechender Beratung in seiner Sitzung am 11.11.2025 beschlossen, sich an der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns“ zu beteiligen und strebt den in Deutschland von TransFair e.V. verliehenen Titel „Fairtrade-Town“ an.
Ziel der Kampagne ist es, dass sich verschiedene Akteure der Kommune gemeinsam für den fairen Handel einsetzten.

Wir haben uns von Beginn für diesen Antrag der Verwaltung eingesetzt und werden das Projekt auch weiterhin unterstützen.
Wir verändern die Welt damit nicht entscheidend. Aber wir werben für eine gute Sache. Diese Unterstützung war auch erforderlich, da letztlich final nur hauchzart mehr als die Hälfte der Abgeordneten dafür gestimmt haben.

Am 20.01.2026 hat dazu eine öffentliche Auftaktveranstaltung im Bürgerhaus Ranstadt stattgefunden, über die wir hier berichten.

Projektvorstellung

Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel wurde der Rahmen und die wichtigsten Inhalte und Anforderungen dieses Projektes von Nadine Herzberger, Leitung Kindertagesstätten vorgestellt.

Ziel von Fairtrade-Towns ist es den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern. Das funktioniert nur durch erfolgreichen Vernetzung von Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen.

Neben Städten können auch Landkreise und Bundesländer zertifiziert werden. So ist z.B. der Wetteraukreis zertifiziert.

Für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln.

Kriterium 1: Ratsbeschluss
Erfolgte in der Gemeindevertretung in seiner Sitzung am 11.11.2025.

Kriterium 2: Steuerungsgruppe
Die Steuerungsgruppe koordiniert den Weg zur Fairtrade-Town und die Aktivitäten vor Ort. Sie besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Kriterium 3: Fairtrade-Produkte im Sortiment
In den lokalen Einzelhandelsgeschäften, bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei verschiedene Produkte aus fairem Handel angeboten.
Für Ranstadt sind (abhängig von der Einwohnerzahl) folgende Anzahl von Verkaufsstellen / Teilnehmer erforderlich:
- 3 Geschäfte
- 2 Gastronomiebetriebe
- 1 Schule
- 1 Kirchen-/Glaubensgemeinde
- 1 Verein

Kriterium 4: Zivilgesellschaft
Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen-/Glaubensgemeinden setzen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairen Handel um und bieten Produkte aus fairem Handel an.

Kriterium 5: Medien & Öffentlichkeitsarbeit

Die Steuerungsgruppe macht Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune. Die lokalen Medien berichten über die Ereignisse vor Ort. Es sollten mindestens vier Artikel in den regionalen Medien erscheinen. Hier zählen nicht nur Printmedien, sondern auch Veröffentlichungen von Online-Artikeln oder Beiträge auf der städtischen Homepage.

Fairtrade in Ranstadt nicht wirklich neu

Der anschließende Vortrag von Melanie Fellinger stellte den Weltladen Ober-Mockstadt vor.
Bereits seit November 2016 bietet dieser eine Auswahl von fairen Produkten im Alten Rathaus Ober-Mockstadt an.

Mit einem Stand war außerdem ein weiteres bereits erfolgreiches Faire Projekt in Ranstadt vertreten: der als Faire Kita zertifiziert Kindergarten Abenteuerland, der sich insbesondere auszeichnet durch:
- Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Einsatz fair gehandelte Produkte (Tee, Kaffee, Bananen)
- Faires Spielzeug und umweltfreundliche Materialien
- Projekte zum Klima, Gerechtigkeit und Vielfalt

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Tolles Engagement und gute Information an diesem Abend.
Es werden weitere Bürger gesucht, die sich in diesem Projekt engagieren.

934 Fairtrade-Towns wurden bislang ausgezeichnet.

Mehr Infos: https://www.fairtrade-towns.de/aktuelles