Wärmepumpe im Altbau

Stiftung Warentest: Wärmepumpe auch im Altbau effizient

Ob Neubau oder Bestandsgebäude: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann eine Wärmepumpe jedes Haus effizient mit Wärme versorgen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Herbst 2025.

Die Experten testeten fünf Luft-Wasser-Wärmepumpen verschiedener Hersteller und ermittelten einen klaren Testsieger.
Gleichzeitig zeigt der Test, welche Voraussetzungen Altbauten erfüllen sollten, um wirtschaftlich von der Technik zu profitieren.

Luft-Wasser-Wärmepumpen überzeugen auch im Altbau

Während Wärmepumpen im Neubau längst zum Standard gehören, sind viele Eigentümer von Altbauten noch zurückhaltend – insbesondere bei Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Häufige Frage: Funktioniert diese Technik auch im Bestand?
Die Antwort der Stiftung Warentest ist eindeutig: Ja. Die getesteten Luft-Wasser-Wärmepumpen zeigten auch im Altbau eine gute Effizienz und zuverlässige Heizleistung.

Voraussetzungen für den effizienten Betrieb im Altbau

Damit eine Wärmepumpe im Altbau effizient arbeitet, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.
Besonders wichtig ist die Vorlauftemperatur, die idealerweise 55 Grad Celsius nicht überschreiten sollte. Sie beschreibt die Temperatur, mit der das Heizungswasser vom Wärmeerzeuger zu den Heizflächen gelangt.
Liegt die Vorlauftemperatur deutlich höher, steigt der Stromverbrauch – und die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe sinkt.

55 Grad Vorlauftemperatur auch mit Heizkörpern möglich

Die gute Nachricht: Auch klassische Heizkörper können mit einer Vorlauftemperatur von 55 Grad Celsius betrieben werden. In manchen Fällen ist es sinnvoll, zu klein dimensionierte Heizkörper gegen größere auszutauschen. Umfassende Sanierungen oder der Einbau neuer Flächenheizsysteme sind jedoch nicht zwingend erforderlich.
Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen ermöglichen zwar noch niedrigere Vorlauftemperaturen und steigern die Effizienz zusätzlich – mit jedem Grad Celsius weniger lassen sich die Heizkosten im Durchschnitt um ein bis zwei Prozent senken –, sie sind aber keine Voraussetzung für den Einsatz einer Wärmepumpe im Altbau.

Testkriterien: Darauf achtete Stiftung Warentest

Bei der Untersuchung legte Stiftung Warentest großen Wert auf praxisnahe Ergebnisse. Die Leistungszahl (COP) wurde bei unterschiedlichen Außentemperaturen gemessen, die in einer speziellen Klimakammer simuliert wurden.
Zusätzlich prüften Fachhandwerker und Verbraucher Produktunterlagen, Zubehör sowie Apps, die für die Bedienung moderner Heizsysteme zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Gewichtung der Bewertung:
- Energieeffizienz und Umwelteigenschaften: 70 %
- Handhabung: 25 %
- Datenschutz bei Apps: 5 %

Einheitliche Prüfbedingungen für verlässliche Ergebnisse

Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, stellten die Tester bei allen Geräten identische Heizkurven ein.
Anschließend wurden die Wärmepumpen an einen Prüfstand angeschlossen und der COP bei Außentemperaturen von -15, -10, -7, +2, +7 und +12 Grad Celsius gemessen.
Die Effizienzbewertung erfolgte unter folgenden Bedingungen:
- Heizkörperbetrieb: 55 °C Vorlauf bei -10 °C Außentemperatur
- Flächenheizung: 35 °C Vorlauf bei -7 °C bzw. +7 °C Außentemperatur

Auf Basis dieser Daten berechneten die Experten Stromverbrauch und Klimabelastung für ein Mustergebäude.

Testsieger und weitere empfehlenswerte Modelle

Testsieger im aktuellen Stiftung-Warentest-Heft (10/2025) ist die Viessmann Vitocal 250-A mit der Gesamtnote 2,0 (gut).
Sie überzeugt durch:
- hohe Energieeffizienz auch bei niedrigen Außentemperaturen
- sehr gute Bedienbarkeit über Gerät und App
- den Einsatz des klimafreundlichen Kältemittels Propan (R290)
- Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C, wodurch sie besonders gut für Altbauten mit Heizkörpern geeignet ist

Weitere gut bewertete Wärmepumpen für den Altbau sind:

- Alpha Innotec Hybrox 11 (Note 2,2)
- Stiebel Eltron WPL-A 10.2 Plus (Note 2,2)
- Vaillant aroTHERM plus (Note 2,3)

Alle getesteten Modelle arbeiten effizient mit Heizkörpern, sofern die Vorlauftemperatur 55 Grad Celsius nicht überschreitet. Wichtig ist zudem eine korrekte Dimensionierung der Wärmepumpe – eine Überdimensionierung verschlechtert die Effizienz.
Die Mehrkosten gegenüber einer neuen Gasheizung amortisieren sich laut Stiftung Warentest in der Regel innerhalb von 10 bis 15 Jahren, insbesondere bei Nutzung staatlicher Förderungen.

Link zum Test der Stiftung Warentest