Lohnt sich der Verbrenner überhaupt noch?

Bereits heute sind E-Autos oft günstiger

Die EU-Kommission hat ihr geplantes „Verbrennerverbot“ aufgeweicht, nachdem der Verkauf von Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor in der EU nur noch bis 2035 erlaubt sein sollte.

Aber was bedeutet das für potentielle Autokäufer?
Wird Autofahren dadurch günstiger, da sie nicht zum zwangsweisen Umstieg auf E-Autos verpflichtet sind?

Der ADAC führt regelmäßig Vergleiche der Kosten für viele Automodelle durch und hat nun exemplarisch für vier Automodelle seine Rechnung auf den neuesten Stand gebracht.
Hierbei wurde die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung der staatlichen Kaufprämie für E-Autos mit eingerechnet.

Diese Vollkostenrechnungen berücksichtigten den Neuwagen-Kaufpreis und alle weiteren Kosten für das Auto, also auch Kraftstoff oder Ladestrom, Wartung, Versicherung, Steuern, Wertverlust und vieles mehr. In der Beispielrechnung wird eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern zugrunde gelegt.

Verglichen werden die Kosten für zwei unterschiedlich große Autos:

- kompakten Hyundai Kona
- größeres „Famlienauto " Passat / VW ID.7 von Volkswagen

Sowohl beim Hyundai als auch beim VW wurden Modelle mit ähnlichem Ausstattungsumfang bewertet, wenngleich die Motorleistungen nicht immer 1:1 übereinstimmend waren.

Der Anschaffungspreis für den Neuwagen fällt erwartungsgemäß zum Vorteil der Verbrenner aus. D
er Basispreis des Elektro-Hyundai ist mit 37.990 Euro rund 7900 Euro teurer als der Benziner.
Beim VW ID.7 ist gut 6400 Euro teurer als der Passat-Benziner.

Beim Vergleich der Gesamtkosten spielen die Benzin- oder Ladekosten eine wichtige Rolle.
Die Kosten für den Ladestrom hängen stark davon ab, wie das Auto aufgeladen wird.
Im Einfamilienhaus mit Solaranlage und Batteriespeicher kann das E-Auto mit günstigem selbst erzeugten Sonnenstrom aufladen werden.
Ohne eigenen Stellplatz, angewiesen auf öffentliche Ladesäulen, wird es erheblich teurer.

Im Vergleich wurden für die Elektroautos drei unterschiedliche Ladestrompreise berechnet: 18 Cent/KWh, 44 Cent/KWh und 60 Cent/KWh.
Bei dem niedrigsten Ladestromtarif sind beide untersuchte E-Autos am Ende günstiger, trotz höherer Anschaffungskosten.
Beim kompakte Hyundai spart der Elektrofahrer im Vergleich zum Verbrenner 105 Euro im Monat, beim größeren VW beträgt der monatliche Kostenvorteil des Elektroantriebs 36 Euro.

Bei einem mittelhohen Ladestrompreis von 44 Cent/KWh ist der Hyundai Kona in der E-Variante in den monatlichen Gesamtkosten immer noch günstiger als die Verbrennervariante.
Beim größeren Familienfahrzeug aber nicht mehr, wenn auch der Unterschied nur 10 € im Monat beträgt.

Selbst bei dem hohen Ladestrompreis von 60 Cent/KWh ist der Elektro-Hyundai immer noch um 29 € monatlich günstiger als der Benziner.
Bei den VW-Modellen muss man aber mit 38 € mehr im Monat für die E-Variante rechnen.

Daher kann festgehalten werden: Trotz höherer Anschaffungskosten sind E-Autos in den Gesamtkosten schon heute oft günstiger als Benziner.

Dieser Effekt wird größer werden, wenn Anschaffungskosten von E-Autos sinken und Kosten für fossile Treibstoffe steigen.